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Bericht online

27. 7. 2011 - 9:17
Ein Bericht mit ersten Fotos steht inzwischen online unter www.stadtjugendring-herford.de. Weitere Fotos oder der Bericht als .pdf koennen in der Geschaeftsstelle angefordert werden.

Allen Teilnehmenden ein herzliches Dankeschoen!

21. 7. 2011 - 10:46
Es wurden Kindern Geschichten vorgelesen, aeltere Menschen betreut, Regale eingeraeumt, Staelle ausgemistet, Fotos bearbeitet u.u.u. Der diesjaehrige Social Day brachte wieder viele interessante Einsaetze mit sich und die Veranstalter moechten allen Freiwilligen und Spendern ganz herzlich fuer ihre Muehe danken! Einen ausfuehrlichen Bericht und tolle Fotos gibt es unter www.stadtjugendring-herford.de

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Bericht zum SOCIAL DAY Herford 2011

"Wir wollen doch Spenden sammeln!" – Dies die lapidare Antwort von Pauline und Viviana, beide 11 Jahre alt und beide Schülerinnen einer fünften Klasse der Otto-Hahn-Realschule auf die Frage, warum sie sich denn überhaupt beim Social Day Herford engagieren würden.
Und so einfach lässt sich der Grundgedanke des groß angelegten Spendenprojektes des Stadtjugendringes Herford in Kooperation mit den weiterführenden Schulen und unter der Schirmherrschaft von Bruno Wollbrink vielleicht auch insgesamt darstellen: Sich durch ehrenamtliches Engagement stark für Gutes machen! Unter diesem Motto waren auch in diesem Jahr von Montag, dem 18. bis Mittwoch, dem 20. Juli (jede Schule kann innerhalb des Projektzeitraumes ihren eigenen Social Day wählen) mehrere hundert Schülerinnen und Schüler des Königin-Mathilde-Gymnasiums (Montag), des Friedrichs-Gymnasiums (Dienstag), der Ernst-Balach-Schule und der Otto-Hahn-Schule (beide Mittwoch) in Herford und angrenzenden Städten unterwegs, um die Schulbank für einen Tag gegen einen Ort zu tauschen, an dem sie sich freiwillig engagieren und so Spenden sammeln konnten.

Pauline und Viviana zum Beispiel waren den ganzen Mittwoch über auf dem Biohof Meyer-Arend damit beschäftigt, die Regale einzuräumen, den Pferdestall zu säubern oder Äpfel zu sortieren. Mit einer möglichen Berufswahl hatte ihr Einsatz nichts zu tun, er galt einzig dem guten Zweck. Auch bei vielen anderen der mehreren hundert Freiwilligen stand der soziale Gedanke im Vordergrund und war das Hauptmotiv, sich beim Projekt zu engagieren.

Selina, 13, und Angelina, 14 Jahre, führte dieser Gedanke in das Altenpflegeheim Marie-Schmalenbach-Haus. Die beiden wurden hier direkt in den Arbeitsalltag eingebunden: Sie haben Betten bezogen, Wäsche gelegt und Tische gedeckt, sie durften aber auch die Bewohnerinnen bei den Angeboten begleiten. Die im Vorfeld schon ein bisschen vorhandenen Berührungsängste konnten die beiden Mädchen dabei ganz schnell abbauen.

Viel Spaß bei ihrem sozialen Einsatz hatten dann Natalie (11 Jahre), Amelie (13 Jahre) und Julia (11 Jahre), die in ihrem eigenen ehemaligen Kindergarten St. Joseph unterkommen konnten und den Tag mit Spielen im Sand, Geschichten vorlesen oder Malen verbrachten.

Bei My Tuyet, 14 J., vom KMG war der Berufswunsch ausschlaggebend für ihr Engagement beim Social Day. Sie interessiert sich privat und als Berufsperspektive gleichermaßen für Fotografie und hatte Glück, eine Stelle im Herforder Fotostudio Flentge zu ergattern. Hier durfte sie nun eine Fotografin bei der täglichen Arbeit begleiten und dabei lernen, wie sich der begehrte Job in der Realität anfühlt.

Dass der Social Day immer wieder auch Einblicke in interessante Berufsfelder eröffnet, erfuhren Lisa und Laura, beide 14 Jahre alt und beide Schülerin der EBS. Sie durften sich dort nützlich machen, wo andere feiern, im GOPARC Herford nämlich. Dank der großartigen Unterstützung der Marketing-Agentur GetPeople erhielten sie die Möglichkeit, ein Konzpept für eine Social-Day-Abschlussfeier im GOPARC zu entwicken, das vielleicht in den nächsten Jahren sogar umgesetzt werden könnte. Die beiden Mädchen recherchierten, sammelten Fotos und erstellten eine PowerPoint-Präsentation für ein solches Abschlussevent. Am Ende des Tages kamen beide zu dem Schluss, dass ein Tag auch ohne Schule ganz schön anstrengend sein kann.

Auch in diesem Jahr sind die Veranstalter wieder überwältigt vom großen Engagement der Schülerinnen und Schüler, sich geeignete Stellen zu suchen und nützlich zu machen.
Dem 13-jährigen Leon vom KMG beispielsweise, der später etwas im Medienbereich machen möchte, war eine sinnvolle Social-Day-Beschäftigung so wichtig, dass er sich schon vor dem offiziellen Start an der Schule über das Projekt informiert und sich als einer der ersten bei der Lokalredaktion der Neuen Westfälischen beworben hat. Am Projekttag durfte er nun an einer Konferenz teilnehmen und Lokalredakteure bei ihrer täglichen Arbeit auf Außenterminen und in der Redaktion begleiten.

Aber nicht nur die Freiwilligen selber, auch Lehrkräfte, Eltern und Spender waren in 2011 mit vollem Elan dabei. Und auch das trägt zum Gelingen dieses umfangreichen Projektes bei, denn der Einsatz etlicher hundert Schülerinnen und Schüler in einer vergleichsweise kleinen Stadt wie Herford kann durchaus zu Engpässen führen. So sind es immer wieder auch die Eltern, die den Freiwilligen zu geeigneten Einsatzstellen verhelfen. So zum Beispiel bei Felix und Silas, beide 14 und beide in der 8b des KMG, die in der Werkstatt von Felix Vater, der KFZ-Werkstatt Nolting unterkommen konnten. Für die beiden Jungs stellte die Arbeit in der Werkstatt – neben Aufräumen und Helfen wurden auch erste Werkzeuge und Arbeitsabläufe erklärt – eine nette Abwechslung vom Schulalltag dar. Eine besonders nette Idee hatte Frau Eisenburger vom AWO-Stadtteilzentrum Kastanienallee: Sie veranstaltete extra zum Social Day ein gemütliches Beisammensein mit einer Lesung für Seniorinnen und Senioren, welches ihr Sohn und ein Freund dann im Rahmen des Projektes ausrichten durften. Robert und Felix haben Tische gedeckt, einen alkoholfreien Cocktail präsentiert, das Programm mitgestaltet und so den Besucherinnen und Besuchern des Stadtteilzentrums einen tollen Nachmittag beschert.

Insgesamt sehen offenbar viele "Arbeitgeber" auch eigene Chancen in der Teilnahme am Projekt. So verriet Frau Schmidt, Leiterin des Marie-Schmalenbach-Hauses, dass sie im Projekt eine tolle Gelegenheit sieht, sich zu öffnen, um das Arbeitsfeld "Altenheim" vorzustellen, Begegnungen zu fördern, Berührungsängste abzubauen und so Vorurteilen zu begegnen. Für sie stellt der Social Day ein "gegenseitiges Geben und Nehmen" dar. Auch die KFZ-Werkstatt Nolting beteiligt sich insgesamt immer gerne an Projekten wie dem Social Day, weil sich so letztlich auch immer wieder Auszubildende finden. Auch größere Herforder Firmen wie Weinrich GmbH, bugatti GmbH, aberauch das Klinikum, viele Bäckereien und Restaurants sind aus diesen oder anderen Gründen immer wieder gerne mit dabei und so gibt es für die Freiwilligen immer wieder eine bunte Palette unterschiedlicher Einsatzgebiete.

Nach bisherigen Hochrechnungen ist die Beteiligung in diesem Jahr größer als je zuvor und es besteht die Hoffnung, die großartige Spendensumme vom Vorjahr (20.919,13 Euro) noch zu überbieten. Freuen können sich darüber vor allem diejenigen, die nun von den Spenden profitieren: 60% der Spenden erhält die sich beteiligende Schule, 40% davon zur freien Verfügung sowie 20% für ein im Vorfeld von der Schule benanntes Spendenziel wie eine Partnerschule, Hilfsprojekte in der Dritten Welt oder gemeinnützig tätige Vereine in Herford. Das FGH beispielsweise wird in diesem Jahr den mildtätigen Verein "Tansania AG der Friedrichs-Gymnasiums Herford e.V." unterstützen während das KMG den Hautteil des Geldes an die Partnerschule "Collège Felicité" in Cotonou, Benin, spenden möchte.
Der komplette Spendenanteil des Stadtjugendringes (40 %) fließt seit 2010 auf ausdrücklichen Wunsch der TeilnehmerInnen des Social Day Herford in den so genannten "Fond gegen Kinderarmut". Aus dem Fond können gemeinnützige Träger kurzfristig und unbürokratisch Mittel abrufen können. Die Spenden können direkt über eine kurze Mitteilung oder gegen Vorlage von Quittungen abgerufen werden, sofern ein Träger dafür bürgt, dass ein tatsächlicher Bedarf besteht. Von dem Geld aus dem Fond konnte bisher schon einigen Familien geholfen werden. So wurde einigen Kindern ein Schwimmkurs finanziert, einem Mädchen konnte endlich ein eigenes Fahrrad gekauft werden, ein anderes Kind hat ein eigenes Kinderzimmer bekommen. Weitere Schritte werden die Durchführung einer Ferienmaßnahme und die Einrichtung einer Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt sowie die Übernahme einer Therapie-Patenschaft für ein Mädchen sein.

Die genaue Spendensumme wird im Herbst nach Eingang und Buchung aller Spenden über die Projekt-Website (www.socialday-herford.de), die Schulen und die Presse bekannt gegeben aber schon jetzt bedankt sich der StJR bei allen Beteiligten ganz herzlich für das großartige Engagement!